Internationale Konferenz der Bahnhofsozialdienste

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Geschichte

Seit den Anfängen der Eisenbahn ist der Bahnhof ein zentraler Raum in der Stadt. Der Bahnhof ist die erste Visitenkarte eines Ortes. Hier treffen unterschiedliche Gruppen der Gesellschaft direkt aufeinander. Vom Reisenden erster Klasse bis zum Obdachlosen, vom Geschäftsmann, bis zu jenen Menschen, die den Bahnhof aus Sehnsucht nach der Heimat besuchen Andere brauchen Schutz und Hilfe, da sie sich nicht zurechtfinden.

Soziale Einrichtungen an den großen Bahnhöfen haben eine lange Tradition. Die ersten Bahnhofsozialdienste/ Bahnhofmissionen wurden in Deutschland Ende des 19. Jahrhunderts gegründet. Sie betreuten junge Mädchen vom Land, die in der Stadt Arbeit suchten. Im Laufe des 20. Jahrhunderts wurden in vielen Ländern soziale Einrichtungen für Randgruppen und sozial benachteiligte Menschen an den Bahnhöfen gegründet.

Auch wenn sie unterschiedliche Namen tragen und sich der Reiseverkehr und das Erscheinungsbild der Bahnhöfe stark verändert hat und die Betreuung der Gäste nach unterschiedlichen Konzepten erfolgt: von ehrenamtlichen Helfern und Helferinnen bis zum professionell tätigen Angestellten. Eines haben alle Einrichtungen gemeinsam: Sie kümmern sich um Menschen, die Hilfe brauchen.

Viele Jahrzehnte beschränkte sich die Zusammenarbeit der Einrichtungen der Bahnhofshilfen auf die Länder intern, da weder ausreichend finanzielle Mittel noch geeignete Kommunikationsstrukturen zur Verfügung standen. Es dauerte bis in die 70er Jahre des 20. Jahrhunderts, bis die ersten internationalen Kontakte geknüpft wurden. Zu dieser Zeit fanden die ersten Austauschtreffen von Kolleginnen und Kollegen aus der Schweiz, Frankreich, Deutschland und Österreich statt. Es wurden überregionale Adresslisten erstellt und erste Kontakttreffen einzelner Einrichtungen organisiert. Der Austausch von Informationsmaterial, Jahresberichten und Werbematerial stellte sich als gute Möglichkeit heraus, voneinander zu lernen und zu profitieren. Nach und nach zeigten immer mehr Länder ihr Interesse an der internationalen Zusammenarbeit und es nahmen Vertretungen aus Spanien, Italien und Portugal an den Austauschtreffen teil.

Nach vielen Jahren der Vorbereitung wurde am 28.9.1994 der Verein „Internationale Konferenz der Bahnhofsozialdienste“ mit Sitz in Genf/Schweiz konstituiert.

Seit der Gründung wurden in zweijährigem Abstand Generalversammlungen abgehalten. An diesen Treffen nahmen Mitglieder aus den jeweiligen Ländern und Organisationen teil. Neben der Abwicklung der geschäftlichen Agenden dienten diese Zusammenkünfte auch zum persönlichen Erfahrungsaustausch, bei denen viele Anregungen für die Arbeit eingeholt werden konnten. Die Generalversammlungen fanden bisher immer in unterschiedlichen Städten statt. Gastgeber waren bisher: Berlin, Porto, Straßburg, Wien, Luzern, Stuttgart, Paris und Florenz. Neben diesen großen Treffen gab es aber auch eine Reihe von regionalen Zusammenkünften, die einen bedeutenden Anteil an der guten und nachbarschaftlichen Beziehung vieler Einrichtungen haben.

Mit der kontinuierlichen Arbeit ist der Vorstand des Vereins beauftragt. Dieser setzt sich seit Bestehen aus Vertretern der Länder Schweiz, Deutschland, Frankreich und Österreich zusammen. Der Vorstand kommt in der Regel ein bis zweimal im Jahr zusammen um die laufenden und künftigen Aktivitäten zu koordinieren.

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